Anwaltskosten

Anwaltskosten, Honorar, Gebühr, Rechtsanwälte, Friedrichsdorf im Taunus, Pelit-Saran

Hier finden Sie ein Beispiel der Anwaltskosten für eine Unterhaltsberechnung.

 

Das Anwaltshonorar bzw. die Kosten für eine Unterhaltsberechnung  ergeben sich aus dem Gegenstandswert. Je höher der Streitwert, desto höher ist auch die Rechtsanwaltsgebühr. Dieser wird aus dem geforderten Unterhalt wie folgt berechnet.

Im Beispielsfall unterstellen wir einen fiktiven Unterhalt von 1.000 Euro. Hieraus wird ein jährlicher Unterhalt berechnet, also 1.000 Euro multipliziert mit 12 Monaten = 12.000 Euro. Diese 12.000 Euro stellen den Gegenstandswert bzw. Streitwert für eine anwaltliche Tätigkeit dar. Daraus errechnen sich die voraussichtlichen außergerichtlichen anwaltlichen Gebühren wie folgt:

 

Gegenstandswert 

12.000,00 €

 

1,3 Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG  

785,20 € 

 

Pauschale für Post und Telekommunikation Nr. 7001, 7002 VV RVG      

20,00 €

   

Zwischensumme Netto                                                                       

805,20 €

19 % Mehrwertsteuer Nr. 7008 VV RVG                                             

152,99 €

   

Summe Außergerichtlicher Tätigkeiten

958,19 €

 

Sollte der Unterhalt gerichtlich durchgesetzt werden, entstehen weitere Kosten für den Rechtsstreit.

Gerne könnten Sie diese Berechnung mithilfe eines Anwaltkostenrechners oder Prozesskostenrechners weiterführen.

Diese Berechnung ist lediglich ein Beispiel zur Verdeutlichung der Gebührenordnung.

 

 

Zusätzliche Anwaltsgebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG):

 

Post- und Telekommunikationspauschale nach dem RVG

 

Die Auslagen die Ihre Rechtsanwältin für Telefonate und die Anfertigung von Schriftsätzen oder Porto hat, kann sie entweder in voller Höhe - unter Beleg der entstandenen Kosten - vom Mandanten ersetzt verlangen oder in Form einer Pauschale geltend machen. Wird die Pauschale geltend gemacht, darf nur 20 Prozent der entstandenen Gebühren (nach Addition aller Gebühren) geltend gemacht werden, auch wenn Gebühren in dieser Höhe gar nicht angefallen sind. So fällt die Pauschale z. B. auch an, wenn nur ein Gespräch in der Rechtsanwaltskanzlei in Friedrichsdorf durchgeführt wurde.  Bei einer Erstberatung entsteht keine Pauschale.

Diese Gebühr deckt nicht nur die tatsächlichen Gesprächskosten ab. Es werden hiermit auch Kosten für die Vorhaltung eines Telefonanschlusses und die Besetzung des Anschlusses durch eine Fachkraft oder eines Sekretariats abgedeckt. Der Pauschalbetrag ist auf 20 Euro begrenzt.

 

Die Pauschale für Kopien und Dokumente nach dem RVG

 

Ihre Rechtsanwältin in Friedrichsdorf kann für Kopien, die sie aus anderen behördlichen Akten und Dokumenten anfertigt, Gebühren verlangen. Muss die Rechtsanwältin aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder Aufforderung des Gerichtes Kopien fertigen, um diese Dritten zuzustellen oder diese zu unterrichten, kann sie nur die Kopierkosten verlangen, wenn dafür mehr als 100 Seiten abzulichten waren. 

 

Die Kopierpauschale beträgt

für die ersten 50 Seiten jeweils 50 Cent und

ab der 51. Seite je  15 Cent.

Für Farbkopien können Anwälte doppelte Gebührensätze veranschlagen (1 Euro für die ersten 50 Seiten und 30 Cent für die weiteren Seiten).

 

Wird anstelle der Fertigung von traditionellen Kopien ein Dokument in elektronischer Form versand, z. B. durch Email oder auf einem Datenträger, können pro Datei 1,50 Euro veranschlagt werden. Sollten mehrere Dateien zur Vereinfachnung der Versendung elektronisch zusammengepackt werden, d. h. z. B. in Format einer ZIP-Datei, fällt die Dokumentenpauschale  für jede einzelne der in der ZIP-Datei enthaltenen Dokumente separat an. Pro Arbeitsgang ist der Maximalbetrag aber auf 5,00 Euro begrenzt.

Reisekosten und Abwesenheitsgeld gemäß RVG

Muss Ihre Rechtsanwältin aus Friedrichsdorf einen Termin wahrnehmen, der nicht in ihrer Gemeinde liegt, kann sie Abwesenheitsgeld und die Erstattung der tatsächlich angefallenen Reisekosten vom Mandanten verlangen.

Fahrtkosten für eine Geschäftsreise bei Benutzung eines eigenen Kraftfahrzeugs können für jeden gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,30 Euro abgerechnet werden. Für eine Geschäftsreise bei Benutzung eines anderen Verkehrsmittels sollten die Fahrkosten angemessen sein.

 

Das Abwesenheitsgeld beträgt bei einer Abwesenheit:

von nicht mehr als 4 Stunden 25,00 Euro

von mehr als 4 bis 8 Stunden 40,00 Euro

von mehr als 8 Stunden 70 Euro

Bei Auslandsreisen kann zu diesen Beträgen ein Zuschlag von 50 Prozent berechnet werden.

 

Wenn die Kostensituation es nicht zulässt, könnte man einen Rechtsanwalt am Gerichtsstand des jeweiligen Beklagten beauftragen.

 

Mehrwertsteuer

 

Ihre Rechtsanwältin hat als Dienstleister ebenfalls die Mehrwertsteuer abzuführen. Diese fällt auf alle Gebühren mit Ausnahme der Auslagen für Gerichtskosten und Gerichtsvollzieherkosten an. 

 

Hebegebühren nach RVG

 

Ihre Rechtsanwältin erhält, wenn sie im Auftrag des Mandanten Gelder entgegen nimmt und sie weiterleitet, eine Hebegebühr. D. h. sie entsteht dann, wenn der Schuldner des Mandanten oder ein Dritter Zahlungen an den Rechtsanwalt leistet, die dieser dann an seinen Auftraggeber weiterzuleiten hat. Die Höhe dieser Gebühr richtet sich nach der Höhe des weitergeleiteten Betrages. Mit dieser Hebegebühren sollen die Kosten abgedeckt werden, die Ihre Rechtsanwältin durch Tätigung der Überweisungen und für zusätzliche Sorgfalts- und Sicherungspflichten hat. Für jeden Auszahlungsbetrag können die Kosten gesondert anfallen.

 

Folgende Gebühren können anfallen:

von Beträgen bis 2.500 Euro: 1 Prozent des Betrages

vom Mehrbetrag über 2500 Euro bis 10.000 Euro: 0,5 Prozent

vom Mehrbetrag über 10.000 Euro: 0,25 Prozent

Die Mindestgebühr beträgt jedoch 1 Euro. 

 

Die Hebegebühr entsteht nicht, soweit Gerichtskosten- oder Auslagenvorschüsse  an ein Gericht oder eine Behörde weitergeleitet oder eingezogene Kosten an den Auftraggeber abgeführt oder eingezogene Beträge auf die Vergütung verrechnet werden.

Hilfe bei den Kosten

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung gibt Ihnen die Möglichkeit, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, ohne die Kosten selbst tragen zu müssen. Es gibt unterschiedliche Arten von Rechtsschutzversicherungen. Einerseits beziehen sie sich nur auf einzelne Rechtsgebiete wie zum Beispiel Arbeits- oder Verkehrs- Rechtsschutz. Andererseits sind viele Rechtsgebiete von vornherein nicht vom Rechtsschutz erfasst, wie zum Beispiel privates Baurecht, Erb- und Familienrecht. Selbstverständlich gibt es auch Versicherungen, die auch diese Rechtsbereiche abdecken, diese sind aber auch deutlich teurer. Obwohl einige Rechtsgebiete generell nicht in der Rechtsschutzversicherung enthalten sind, übernehmen einige Rechtsschutzversicherungen die Kosten für eine Erstberatung. Häufig wird eine Zusage auch aus Kulanz gewährt. Es lohnt sich also, bei der Rechtsschutzversicherung mal nachzufragen.

 

Bevor Sie eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beauftragen, sollten Sie sich mit Ihrer Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzen. Denn Voraussetzung für die Kostenübernahme ist eine so genannte Deckungszusage. Damit erklärt die Versicherung, dass sie die Kosten des Rechtsstreits übernimmt. Haben Sie mit der Versicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart, müssen Sie bis zu diesem Betrag die entstehenden Kosten selbst tragen. 

 

Versicherungskunden haben das Recht, sich ihre Anwältin bzw. ihren Anwalt frei auszuwählen. Sie können nicht gezwungen werden, die Empfehlungen von Seiten der Rechtsschutzversicherung anzunehmen. Auf Ihren Wunsch hin kann auch ich für Sie die Anfrage bei der Rechtsschutzversicherung übernehmen. Bringen Sie dafür unbedingt Ihre Versicherungspolice, insbesondere den Text der ARB (der "Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung") Ihrer Versicherung mit.

 

Es ist schön, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, denn diese übernimmt möglicherweise Ihre Kosten ganz oder teilweise. Sie sind als Mandant jedoch persönlich unser Auftraggeber. Das bedeutet, dass Sie für die Bezahlung unserer Dienstleistung verantwortlich sind, unabhängig davon, ob Ihre Versicherung die Kosten (teilweise) erstattet. 

Beratungs- und Prozesskostenhilfe

Sind Sie nach Ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage, die Kosten einer anwaltlichen Beratung oder eines Prozesses zu tragen, müssen Sie nicht auf die Durchsetzung Ihrer Rechte verzichten. Dafür sorgen die Beratungs- und Prozesskostenhilfe. Bei "Bedürftigkeit" können Sie diese Hilfen für außergerichtliche Beratung und / oder gerichtliche Verfahren beim Gericht beantragen. Ab wann jemand als "bedürftig" gilt, bestimmt sich nach dem Gesetz. Außerdem muss Ihr Anliegen hinreichend Aussicht auf Erfolg bieten. Die Bedürftigkeit sowie Erfolgsaussicht wird vom Gericht überprüft.

 

Soweit Ihre finanzielle Situation es zulässt, kann das Gericht anordnen, dass Sie die Hilfen in Raten zurückzahlen müssen. Ansonsten werden Sie ganz davon entlastet.

Lassen Sie sich von mir beraten, ob für Sie eine solche Hilfe in Frage kommt.

 

Wichtig zu wissen! 

 

Wenn Sie ein durch Prozesskostenhilfe finanziertes Verfahren verlieren, werden Ihnen zwar die Kosten für das Gericht und Ihren eigenen Anwalt erstattet, aber Sie müssen die Anwaltskosten der Gegenseite tragen. 

 

Ihre Rechtsanwältin Pelit-Saran aus Friedrichsdorf im Taunus

Anwalt Friedrichsdorf